Das Berufsbild des Modellbauers

Gepostet von trafo am Sep 9, 2011 in Beruf, Technik | Keine Kommentare

Der Beruf des Modellbauers bezeichnet eine traditionell handwerkliche Tätigkeit mit historischem Hintergrund. Der Modellbauer/in erstellt Nachbildungen von realen Körpern bzw. Objekten aus den verschiedensten Materialien. Er fertigt so genannte Prototypen oder Urmodelle, die als Grundlage für die spätere Serien- oder Massenproduktion dienen. Dies erfordert jede Menge handwerkliches Geschick und Präzision.

Zusammenlegung der Berufszweige

Das Handwerk des Modellbauers/in ist ein vielseitiger Beruf, der enorm viel Kreativität und Geschick erfordert. Die Berufe Modellbauer/in und Modellbaumechaniker/in wurden daher im Jahr 2009 zu einem einheitlichen Berufszweig zum technischen Modellbauer/in zusammengefasst.

Ausbildung und Fähigkeiten

Die staatlich anerkannte Ausbildung erfolgt auf Grundlage des Berufsbildungsgesetzes und der Handwerksordnung. Jugendliche, die sich für eine Ausbildung zum technischen Modellbauer/in entscheiden, werden in einem Zeitraum von 3,5 Jahren ausgebildet. Die Ausbildung findet im dualen System statt, d. h. sie erfolgt in der Berufsschule (theoretisch) sowie im Betrieb (praktisch). Die Ausbildung erfordert rein rechtlich keinen vorgeschriebenen Schulabschluss. Schulabgänger mit einem guten Realschulabschluss haben gute Chancen diesen Beruf erlernen zu dürfen. Aber auch Jugendliche die über ein ausgeprägtes räumliches Vorstellungsvermögen, genügend Kreativität, Fingerspitzengefühl und Phantasie verfügen sind für diesen Beruf bestens geeignet. Der Beruf erfordert Können, Gewissenhaftigkeit und viel Ausdauer. Geduld ist eine Tugend, auch davon sollte ein Modellbauer/in ausreichend aufbringen können. Auch wenn nicht alles auf Anhieb klappt darf es einem Modellbauer/in nicht sofort die Freude verderben. Auch hier gilt das altbekannte Sprichwort: “Übung macht den Meister.”

Inhalte der Berufsausbildung

Die Ausbildung erfolgt in den Fachrichtungen Anschauung, Gießerei, Karosserie und Produktion. Es werden Kenntnisse über die Planung, Gestaltung und Herstellung von Anschauungsmodellen gelehrt. Das Gestalten und Behandeln von Oberflächen ist ebenso eine Ausbildungsthematik. Die Fertigkeiten für das anschließende Gießen von Formen werden dem Lehrling intensiv vermittelt. Das Projektieren, als auch das Entwickeln von Produktions- und Karosseriemodellen, ist ebenfalls ein besonderer Bestandteil der Ausbildung und wird umfangreich vermittelt. Der Auszubildende lernt dabei den Umgang mit diversen Materialien und Werkstoffen, sowie die Anwendung der entsprechenden Produktionsverfahren.

Aufgaben in der Industrie

Gewöhnlich arbeitet der technische Modellbauer/in im Maschinenbau. Anhand von Skizzen und technischen Zeichnungen konstruiert er mit Hilfe der erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten naturgetreue Modelle für Gussformen. Heutzutage findet man den Berufszweig des technischen Modellbauers/in sehr häufig in der Kunststoffindustrie wieder. Sie erstellen Prototypen für neue innovative Produkte. Um die Arbeit zu erleichtern werden hierfür überwiegend computergesteuerte Systeme eingesetzt.

Weiterbildung und Aufstiegsmöglichkeiten

Hat man die Ausbildung erfolgreich abgeschlossen und einige Jahre Berufserfahrung gesammelt, so stehen einem sämtliche Türen offen. Eine Weiterbildung zum Modellbaumeister/in, Industriemeister/in in der Fachrichtung Holz oder zum Techniker/in in der Fachrichtung Holz- und Kunststoffverarbeitung; Gießereitechnik; Maschinenbau/ Maschinenbautechnik sind adäquate Zusatzqualifikationen. Ein Meister/in besitzt die Möglichkeit einen eigenen Betrieb zu gründen oder Führungsaufgaben zu übernehmen. Optional kann man nach der abgeschlossen Ausbildung zum technischen Modellbauer/in und entsprechender Hochschulfachreife ein Studiengang in den Fachrichtungen Maschinenbau, Gießereitechnik, Konstruktions- und Fertigungstechnik oder Architektur absolvieren.

Foto erstellt von luckylight – Fotolia

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